Geflüchtete in Neubeuern

Aktuelle Situation (Sepember 2021)

Zwischen Mai und August 2021 hat es einigen Wechsel in den Neubeurer Asylunterkünften gegeben. Eine bereits anerkannte 5-köpfige kurdische Familie aus dem Irak ist von Unterpößnach nach Ostfriesland gezogen. Dort gibt es für den Vater der Familie die Möglichkeit, bei seinem Cousin im Restaurant mitzuarbeiten. Auch eine Wohnung konnte dort auf dem privaten Wohnungsmarkt gefunden werden. Der Umzug bedeutete somit einen großen Schritt in Richtung Eigenständigkeit und Integration.

Die Unterpößnacher Wohnung, die dadurch freigeworden ist, wurde dann im Juli von einer jordanischen Familie mit 3 Kindern im Alter zwischen 1 und 10 Jahren bezogen. Die Familie befindet sich derzeit noch im laufenden Asylverfahren. Die Eltern haben in Jordanien beide Grafikdesign studiert und sprechen Englisch, so dass eine Verständigung gut möglich ist. Jetzt geht es in einem nächsten Schritt darum, den Besuch eines Deutschkurses zu ermöglichen, während die beiden älteren Kinder zur Schule gehen.

Neben der kurdischen Familie ist auch eine alleine geflüchtete 60-jährige Frau gebürtig in Palästina im Mai 2021 aus Unterpößnach weggezogen. Sie hatte einige Monate zuvor einen durch den Krieg körperlich schwer behinderten Mann aus dem Irak geheiratet, der in einem Heim in der Nähe von Kassel untergebracht ist. Im Mai bekam sie dann von den Behörden die Genehmigung, zu ihrem Mann zu ziehen.

Einige Wochen später belegte das Landratsamt die Wohnung neu mit einer 54-jährigen Frau (Samia) und ihrem 15-jährigen Sohn (Haithm) aus dem Jemen. Die beiden kamen direkt aus dem Ankerzentrum in München nach Neubeuern. Die Verständigung erfolgt überwiegend über einen erwachsenen Sohn/Bruder, der bereits seit 13 Jahren in Baden-Württemberg lebt und arbeitet, perfekt Deutsch spricht und bei Bedarf am Telefon dolmetscht. Samias und Haithms Ziel ist es, bei diesem Sohn leben zu dürfen. Aktuell ist es ihnen aber nicht gestattet, Bayern zu verlassen. Sie haben daher bei den Behörden einen sog. „Antrag auf Umverteilung“ gestellt und hoffen, dass der Umzug bald genehmigt wird. In der Zwischenzeit wird Haithm die Hohenau-Schule in Neubeuern besuchen.

Einen weiteren Wechsel hat es in der Unterkunft in der Rosenheimerstraße gegeben. Ein Großteil der seit 2015 dort ansässigen und seit einigen Jahren anerkannten syrischen Familie ist nach Nordrhein-Westfalen umgezogen und versucht dort, mit Hilfe von Verwandten Fuß zu fassen. Der älteste Sohn hat sich ein privates Zimmer gesucht und lebt und arbeitet weiterhin in Neubeuern. Seine erwachsene Schwester hat im Frühjahr geheiratet, lebt mit ihrem Mann in Rosenheim und hat gerade ihre Ausbildung als Pflegehelferin abgeschlossen.

Die durch den Umzug frei gewordene Unterkunft wurde neu belegt mit einer 6-köpfigen Familie aus Afghanistan mit Kindern im Alter zwischen 3 und 10 Jahren. Hier ergeben sich sicherlich bald Berührungspunkte über Schule und Kindergarten. Die Familie wurde direkt vom Ankerzentrum in München nach Neubeuern verlegt. Der Vater hat bereits während der Zeit im Ankerzentrum eine Arbeitsstelle bei einem Münchener Schlachthof angenommen und ist jetzt auf Arbeitssuche im Raum Rosenheim.

Derzeit (September 2021) befinden sich insgesamt 44 Personen in Neubeuern, die als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind bzw. als Kinder von Asylsuchenden hier bei uns geboren wurden. Zusätzlich zu den oben genannten Neuzugängen handelt es sich dabei um eine Familie aus Afghanistan mit subsidiärem Schutz und eine weitere afghanische Familie, die sich noch im laufenden Asylverfahren befindet, eine Familien aus Syrien (subsidiärer Schutz), eine Familie mit Mitgliedern aus Syrien und Dagistan (laufendes Asylverfahren), eine Familie mit eritreischem Vater (subsidiärer Schutz), äthiopischer Mutter (Duldung) und einer 3 Jahre alten Tochter (subsidiärer Schutz) sowie einen jungen Mann aus Saudi Arabien (Duldung).

Und noch eine gute Nachricht zum Schluss: Einer der 5 pakistanischen jungen Männer, die 2015 nach Unterpößnach gekommen waren, hat im Sommer 2021 seine Gesellenprüfung als KFZ-Lackierer bestanden . Seine Firma hat ihn übernommen, was bedeutet, dass er eine realistische Bleibeperspektive in Deutschland hat. Jetzt heißt es Daumen drücken, damit er eine Wohnung findet und dann einen Antrag auf Aufenthaltserlaubnis zum Zwecke der Erwerbstätigkeit stellen kann.

Für eine finanzielle Unterstützung der Geflüchteten in Neubeuern verwenden Sie bitte das Spendenkonto der katholischen Kirchenstiftung Neubeuern, VR-Bank Rosenheim, IBAN: DE 49 7116 0000 0008 1010 00, Verwendungszweck: „Spende für Asylbewerber“

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