Geflüchtete in Neubeuern

Aktuelle Situation

Derzeit (April 2020) befinden sich 42 Personen in Neubeuern, die als Asylsuchende nach Deutschland gekommen sind bzw. als Kinder von Asylsuchenden hier bei uns geboren wurden (6 Kinder). Konkret handelt es sich um eine Familie aus Afghanistan mit subsidiärem Schutz und eine weitere afghanische Familie, die sich noch im laufenden Asylverfahren befindet, zwei Familien aus Syrien (subsidiärer Schutz), eine Familie mit Mitgliedern aus Syrien und Dagistan (laufendes Asylverfahren), eine kurdische Familie aus dem Irak (subsidiärer Schutz), eine alleinstehende Frau aus Palästina/Libanon (laufendes Asylverfahren), eine Familie mit eritreischem Vater (subsidiärer Schutz), äthiopischer Mutter (negativ beschiedenes Asylverfahren) und einem 19 Monate altem Baby (laufendes Asylverfahren) sowie einen jungen Mann aus Saudi Arabien, der im Dezember 2019 von Prien nach Neubeuern verlegt wurde. Sein Asylverfahren wurde mit einem negativen Bescheid beendet.

Drei weitere Familien (davon 2 aus Syrien und eine aus Afghanistan, jeweils mit subsidiärem Schutz) haben ihre Asylunterkünfte in Neubeuern bereits wieder verlassen und sind innerhalb des Landkreises Rosenheim übersiedelt. Von den 6 alleinstehenden pakistanischen Männern, die im Zeitraum zwischen 2016 und 2018 in Neubeuern untergebracht waren, sind 2 wegen ihrer Arbeitsstelle innerhalb des Landkreises umgezogen, einer lebt in München, einer wurde im Rahmen eines Dublin-Verfahrens nach Belgien abgeschoben und zwei weitere sind nach der Ablehnung ihres Asylantrags untergetaucht.

Eingliederung auf dem Arbeitsmarkt

Die Integration der Migrant*innen auf dem Arbeitsmarkt schreitet voran. Von den aktuell in Neubeuern lebenden Geflüchteten sind 5 der Erwachsenen erwerbstätig, 3 befinden sich noch auf Stellensuche. Die verbleibenden 4 Frauen stehen aktuell als Mütter von bis zu 4, zum Teil noch sehr kleinen Kindern für den Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung.

Von den Jugendlichen befinden sich inzwischen 3 in Ausbildung.

Kinder sind ein erfrischendes Beispiel dafür, dass Integration richtig Spaß macht

Die Kinder der Neubeurer Flüchtlingsfamilien sind schulisch bestens versorgt und auf einem guten Weg. Nachdem der Helferkreis in den ersten Jahren für alle eine private Hausaufgabenbetreuung organisiert hatte, gehen die meisten der Flüchtlingskinder inzwischen in die reguläre Nachmittagsbetreuung unserer Grund- und Mittelschule. Ein sehr erfreulicher Schritt in Richtung Normalität.

In ihrer Freizeit findet man die Kinder und Jugendlichen mit Vorliebe auf dem Fußballplatz oder am See.  Einige von ihnen haben sich auch mit viel Freude am Ferienprogramm der Gemeinde Neubeuern beteiligt. Diejenigen, die hier bei uns den Kindergarten besuchen (bzw. besucht haben), sprechen inzwischen perfekt Bayerisch. Alles in allem sind die Kinder ein erfrischendes Beispiel dafür, dass Integration gelingen kann – und richtig viel Spaß macht.

Viel zu lange Verfahren und unverständliche Entscheidungen behindern Integration

Leider wird Integration auch immer wieder durch die Behörden verzögert bzw. verhindert. Arbeitsgenehmigungen werden trotz vorhandener Stellen verweigert. Menschen, die sich bereits seit über 4 Jahren in Deutschland befinden, warten immer noch auf ihre Bescheide vom BAMF bzw. auf die Entscheidung der Gerichte. Für beide Situationen gibt es in Neubeuern mehrere Beispiele. Die Entscheidungen vom BAMF sind z.T. absolust haarsträubend. Das jüngste Beispiel hierfür betrifft Neubeuerns jüngste Asylbewerberin, die kleine Mahalet. Sie wurde im Juni 2018 hier in Deutschland geboren. Im August 2019 hat sie das BAMF dazu aufgefordert „die Bundesrepublik innerhalb von 30 Tagen zu verlassen“. Und das, obwohl ihr Vater hier in Deutschland subsidiären Schutz genießt und sich ihre Mutter noch im laufenden Asylverfahren befindet. Der Anwalt hat Klage gegen den Bescheid eingelegt: Jetzt heißt es für die Familie wieder warten… Der Fall ist derartig abstrus, dass man ihn eigentlich nur in Form einer Satire aufarbeiten kann (Traurige Satire über zwei typisch deutsche Asylverfahren)

Alles in allem gelingt das Zusammenleben von Einheimischen und Geflüchteten in Neubeuern sehr gut und die Integration schreitet Schritt für Schritt voran. Gute Beispiele hierfür sind die im April und Mai 2017 durchgeführten interkulturellen Kochabende, die für alle Beteiligten ein großes Vergnügen waren, sowie der interreligiöse lebendige Adventskalender, den der Asylhelferkreis im Dezember 2019 erstmals organisierte und der sich großen Zuspruchs erfreute.

 

 

Für eine finanzielle Unterstützung der Geflüchteten in Neubeuern verwenden Sie bitte das Spendenkonto der katholischen Kirchenstiftung Neubeuern, VR-Bank Rosenheim, IBAN: DE 49 7116 0000 0008 1010 00, Verwendungszweck: „Spende für Asylbewerber“

Logo_Asylhelferkreis