Dürfen AsylbewerberInnen arbeiten?

Ja, unter bestimmten Voraussetzungen: Während der ersten 3 Monate ihres Aufenthalts dürfen AsylbewerberInnen lediglich gemeinnützige Tätigkeiten im Auftrag der Kommunen oder Kirchen erledigen. Die Arbeitszeit darf 20 Stunden pro Woche nicht übersteigen. Die Aufwandsentschädigung beträgt 1,05 € pro Stunde.

Hinweis: Der Helferkreis Neubeuern befindet sich derzeit zu diesem Thema mit der Marktgemeinde im Gespräch und setzt sich dafür ein, dass den AsylbewerberInnen in Neubeuern entsprechende Arbeitsgelegenheiten von der Gemeinde angeboten werden. Die Vergabe von privaten ‚Ein-Euro-Job‘ ist aus rechtlichen und versicherungstechnischen Gründen nicht möglich.

Nach Ablauf einer Wartezeit von 3 Monaten nach Stellung des Asylantrags ist eine normale Erwerbstätigkeit möglich. Das Beschäftigungsverhältnis muss von der zuständigen Ausländerbehörde (im Falle Neubeuerns vom Landratsamt Rosenheim) genehmigt werden. Die Ausländerbehörde informiert die Agentur für Arbeit. Die Agentur für Arbeit überprüft die Arbeitsbedingungen (Entgelt und Arbeitszeit) und führt eine sogenannte Vorrangprüfung durch. Dabei geht es darum abzuklären, ob es für die fragliche Stelle eventuell Interessenten mit deutscher Staatsbürgerschaft oder aus dem EU-Ausland gibt. Nur wenn dies nicht der Fall ist, erteilt die Agentur für Arbeit ihr Zustimmung zu dem Beschäftigungsverhältnis für den/die Asylsuchende. Nach 15 Monaten entfällt die Vorrangigkeitsprüfung und ein freier Zugang zum Arbeitsmarkt ist möglich.

Eine aktive Vermittlung von AsylbewerberInnen durch die Agentur für Arbeit erfolgt nicht. Es bleibt den Asylsuchenden bzw. ihren HelferInnen überlassen, eine geeignete Arbeitsstelle zu finden und anschließend eine Genehmigung des Beschäftigungsverhältnisses zu beantragen. Hierbei kann die „Jobbörse für Geflüchtete“ hilfreich sein.